Niendorfer TSV

Die nächsten Veranstaltungen:

 

Balsam für die Seele

1. Herren 16/17

Balsam für die Seele

09.01.2017

Volleyballer bezwingen Neumünster nach hartem Kampf mit 3:1
 
"Drei Punkte!, dass ich das noch erleben darf", brüllte Diagonalangreifer Felix Clodius, im gestandenen Alter von 28 Jahren, während aus der Kabine die Kliem'schen Siegeshymnen klangen. Vor wenigen Minuten gewannen die Mannen vom russischen Eisenherz Ivantsov ihre zehnte Schlacht mit 3:1 gegen den VC Neumünster. Der Bann der sieglosen Hamburger war gebrochen; wurden vor der Partie doch schon einige Vergleiche zum HSV aufgestellt. 
"Unsere Vorbereitung auf dieses Spiel hätte durchaus etwas intensiver aussehen können", meinte ein erleichterter Trainer nach dem Spiel und fügte hinzu: "Doch die Männer haben Kampfgeist bewiesen und heute zu 100% an den Sieg geglaubt - sowas kann man nicht trainieren."
 
Von Kapitän Clodius auf's Feld geführt, begannen die Niendorfer die Weichen früh auf Sieg zu stellen. Ein präziser Aufschlag, durchdachte Pässe und harte Angriffe bildeten das Grundfundament für einen greifbaren Satzerfolg. Wenn sich da mal nicht wieder die an der Kollau gefürchtete Nachlässigkeit eingeschlichen hätte. Neumünster stabilisierte das eigene Sideout und kam auf 19:19 ran. So musste Coach Ivantsov einmal mehr daran erinnern, dass "das Spiel bei 20 Punkten neu beginnt" und seine Schützlinge kämpften sehenswert um die entscheidenden Punkte. Eine sichere Annahme um Libero Meyn, der über sich selbst sagt, dass er mit vollem Bauch vom Weihnachtstisch am besten spielt, war der Garant für den am Ende ungefährdeten 25:20 Erfolg. 
 
Da aber auch der Tabellenletzte aus Neumünster sich ein nachträgliches Neujahrssektchen einschenken wollte, entwickelte sich im zweiten Abschnitt ein offener Schlagabtausch. Gute Diagonal- und Mittelangriffe der Gäste stellten die Niendorfer vor erhöhte Probleme. Zwar blieb es ein engagiertes Spiel der Gastgeber, doch fehlte häufig die letzte Durchschlagskraft und das entscheidende Quäntchen Glück. Sinnbildlich dafür stand ein sehenswerter Ballwechsel, den die Gäste aus dem Norden zum 19:25 nutzen konnten. 
 
Verlor man also wieder den so ungeliebten zweiten Satz (siehe Historie NTSV/ etliche Spielberichte Saison 16/17), schwor Ivantsov seine Mannen umso mehr auf den bevorstehenden Kampf ein: "Es gibt Tage, da spielt man keinen Volleyball - man befindet sich im Krieg. Volleyball ist Krieg!"
Mit dieser Ansage schienen die Niendorfer Krieger einiges anfangen zu können. Die Annahme fand zu alter Standfestigkeit zurück und über Außen schmetterte Schiewe die ein oder andere Bombe auf das Parkett. Die Niendorfer kamen nun ebenfalls immer besser mit den taktischen Finessen des Neumümsteraner Zuspielers zurecht. Beide Teams stellten gute Blocks und keinem gelang es, sich wirklich abzusetzen (8:8, 15:16). Daran änderten auch zahlreiche Wechsel auf beiden Seiten nichts. Beim Stand von 20:21 war es leider wieder einmal eine unglückliche Schiedsrichterentscheidung, nicht die einzige an diesem Abend, die die Gäste auf die Siegesstraße zu bringen schien. Doch abgeklärte Niendorfer verkürzten auf 24:24. Beim ersten Matchball begannen die Nerven zu flattern und die Gäste punkteten zum 25:25. Ein tolles Feldzuspiel von Meyn mit anschließendem Angriff von Schiewe beendete den Satz dann jedoch zum 27:25. Es roch nach dem ersten Dreier in dieser Saison. 
 
Das Spiel blieb danach auf einem guten Niveau, wenn sich auch kleine Unstimmigkeiten auf beiden Seiten einschlichen. Die kurzzeitig aufflammende Hochform der Gäste verpuffte (12:16), als Wedemann zum Aufschlag ging. Sechs Spielzüge später führten die Niendorfer plötzlich wieder mit 18:16. Ein weiteres Indiz dafür, dass sich das Team langsam gefunden hat, ist, dass Trainer Ivantsov mit Daschke einen neuen Zuspieler auf das Feld schickte und dieser postwendend seinem Außenangreifer Rose einige Bälle servierte. Dieser ließ sich die Chancen nicht nehmen, um gekonnt zu vollenden (22:19). Mit aller Gewalt (Urschrei Schiewe zum Matchball), viel Willen und etwas Glück (zwei Meter legte der Ball auf der Netzkante zurück, um am Ende in den gegnerischen Strafraum zu fallen) gewannen die Mannen von der Kollau mit 26:24 und der Jubel kannte keine Grenzen. 
 
Dass nun dennoch nicht auf eine Trainingseinheit vor dem Spieltag reduziert wird, wusste Rose sofort: "Schließlich soll unsere Saison jetzt erst so richtig los gehen. Wir freuen uns auf das kommende Auswärtsspiel in Neustrelitz, denn gegen den Tabellenersten haben wir nichts zu verlieren. Doch erst einmal feiern wir heute eine kleine Duschparty". 
Und so klang es noch bis tief in die Nacht hinein: "So ein Tag, so wunderschön wie heute..." 
 
 
NTSV mit: Clodius, Gentile, Klieme, Daschke, Tourounoglou, Schiewe, Rose, Kirchner, Wedemann, Meyn 
(ER)/Editiert: (FC)