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Ein Punkt in Wriezen

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Ein Punkt in Wriezen

24.11.2015

Am Samstag um 13:30 Uhr machten sich die Niendorfer auf zu ihrer längsten Auswärtsfahrt nach Wriezen. Mit letztlich überflüssiger Puffer-Time und einer geplanten halben Stunde Video-Analyse war das Team eine Stunde zu früh, die Hausherren tauchten wie selbstverständlich erst 1,5h vor Spielbeginn auf – das bedeutete blaue Füße durch 90 arktische Minuten bei knapp über 0° vor der Halle.

Die Sprücheklopfer aus Wriezen begannen, wie die Erwärmung aussah: Unterirdisch. Niendorf führte schnell 11:3, der prominenteste Außenangreifer durfte das Spiel nach ein paar Punkten von der Bank aus genießen. Doch bei Niendorf ohne Außenangreifer kein Außenangriff: Stephan und Felix hatten Probleme gegen den stabilen Block und die Gastgeber kämpften sich langsam zurück. Die Hamburger machten es den Wriezenern leicht mit einfachen Aufschlägen und vielen Fehlern und mussten mit ansehen, wie Wriezen zu drei Satzbällen kam. „Bis heute ist mir unklar, wie dieser Satz noch an uns ging – Crunsh-Time war bisher nicht unsere Stärke“, so Coach Klieme. Doch mit 28:26 bekamen die Niendorfer gerade noch die Kurve.

Satz zwei begann ähnlich wie der Erste, endete aber anders: Die Gäste bekamen nach einer Aufholjagd der Brandenburger die Kurve nicht und landeten im Straßengraben: 17:25, erneut zu viele Fehler und am Netz das Durchsetzungsvermögen eines Sechstklässlers im VW-Betriebsrat. Mit einem Pritscher an die untere Netzkante endete der Satz in einem ihm würdigen Rahmen.

Satz drei war bis zum Ende ausgeglichen. Es entwickelte sich ein sehr ansehnliches Spiel mit starken Aktionen auf beiden Seiten und langen Ballwechseln. Doch am Ende beendete ein Block der langen Gastgeber den Satz: 25:23.

Ein Punkt bereits futsch, doch die lange Auswärtsfahrt sollte nicht umsonst sein. Mit einer konzentrierten Leistung – gute Aufschläge, starke Angriffe  von Marian, viele Blocks von Sven und ein Wechsel im Zuspiel – spielten sich die Kollaustädter einen Vorsprung heraus, den sie zum 25:19 ausbauten. Die Schmähgesänge des Publikums verebbten langsam, hier zeigte der personalgeschwächte Aufsteiger und Tabellenletzte eine vernünftige Leistung gegen teils sehr unkonzentrierte Hausherren. Ein Punkt bei Niendorf – welches Team bekommt den zweiten?

Nun wollten die Niendorfer zu viel: Wriezen ließ im Angriff nichts liegen, starke Blocks und die Abwehr entschärften die Angriffsbemühungen der Gäste – diesen fehlten mal wieder die Wechselmöglichkeiten. Beim 9:13 schien alles verloren, doch Felix deckte die nervös werdenden Außenangreifer mit Floats ein und diese suchten und fanden in bezaubernder Konstanz im Angriff das Aus. Kurze Turbulenzen, nachdem das Schiedsgericht bei einem deutlichen Ball auf Wiederholung entschied, doch trotzdem sprang ein 13:13 heraus. Aber jetzt wurde es tragisch, denn zwei Unkonzentriertheiten der Niendorfer beendeten den Satz: 15:13 für Wriezen. Erneut so knapp. Bitter.

„Wir sollten nicht vergessen, dass das hier eine gute Leistung war“, befand der Trainer nach dem Spiel. Noch immer hat das Team nur einen echten Außenangreifer und zwei Mitten – wechseln praktisch unmöglich. „Eine sehr gute Leistung“, bewertete auch Außenangreifer Max Lübbe das Spiel. „Von der Halle war ich aber etwas enttäuscht: Den Legenden nach sollte das Publikum hier schlimmer sein als wenn St. Pauli in Rostock spielt. Aber die fetten Jahre scheinen vorbei zu sein, ein paar Mittelfinger und Beleidigungen bringen einen ja nicht aus dem Takt.“

Weiter geht’s nächste Woche in Pinneberg, ohne vier Stunden Autofahrt im Rücken spielt es sich vielleicht noch besser. Bis dahin:

Feuer Frei! – Eurer #geilstesTeamDerWelt

Es spielten: Marian Heldt (D), Max Lübbe, Felix Clodius, Stephan Wendt (alle AA), Johann Heitsch, Sven Wischhöfer (beide MB), Paul Millahn (L), Max Daschke, Jonas Wolff (beide Z)

Coach: Sven Klieme