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Licht und Schatten an der Ostsee

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Licht und Schatten an der Ostsee

29.09.2015

Die Adler wankten, aber fielen nicht. Ob das nun eine Zusammenfassung des samstäglichen Schlagabtausches oder doch eine Beschreibung der darauffolgenden Tanz- und Trinkveranstaltung ist, liegt im Auge des Betrachters. Die Niendorfer gaben jedenfalls alles, um die stolzen Vögel aus Kiel vom Himmel zu holen.

Aber es sollte nicht sein. Mit 1-3(17-25; 11-25; 25-22; 20-25) unterlag der Aufsteiger dem Absteiger. Die Mannen von der Kollau fanden zu Beginn keinen Zugang zum Spiel. Kaum Emotionen, wenig Bewegung und dafür eine ganze Menge Eigenfehler. Das Verblüffende: Die Kieler hatten ihren Willen ebenfalls vor der Hallentür vergessen. So entwickelte sich im ersten Satz ein Spiel auf der Augenhöhe eines 4-jährigen Mädchens, das gerne Ballerina werden möchte. Der Satz ging dementsprechend unspektakulär an die Hausherren. Auf der Tribüne konzentrierten sich die meisten Zuschauer vermehrt auf den vorzüglichen Nudelsalat.

„Sehr viel Nudelsalat. Sehr lecker,“ gab auch Libero Paul Millahn nach dem Spiel zu Protokoll.
Die Reaktion der Niendorfer ließ nicht lange auf sich warten: im 2. Satz setzten sie sich gefühlt ebenfalls eher mit dem reichhaltigen Buffet als mit dem Geschehen auf dem Feld auseinander. Die Konsequenz war der totale Kollaps. Zu 11 und mit gesenkten Köpfen verabschiedete man sich in die 10- minütige Pause. Die Unterbrechung und die damit verbundene Möglichkeit zum Feuer entfachen gab dem Spiel eine bitter nötige Wendung. Coach Sven Klieme zu seiner Brandrede: „Hab halt gesagt, die sollen das mal ein bisschen besser machen. Hat ja sonst keiner Spaß an der Sache.“

Infiziert von der klaren Marschroute bewiesen die Gäste, dass sie nicht nur für den Nudelsalat an die Förde gereist waren. Plötzlich lief die Maschine geschmiert wie FIFA-Funktionäre. In allen Elementen wurde gekämpft, gefeiert und überzeugt. Die Kieler wirkten überrascht ob dem unerwarteten Leistungshochsprung der Hamburger. Alle Beteiligten, inklusive der Zuschauer, hatten nun Lunte gerochen und es entwickelte sich ein Spiel mit hohem Unterhaltungswert. „Da haben wir richtig gebrannt. Alle miteinander,“ brachte es Außenangreifer Jörn Krause auf den Punkt. So wurde der 3. Satz mit Pauken und Trompeten und einer durch die Bank weg guten Mannsschaftsleistung 25:22 gewonnen.

Die Truppe hatte jetzt Bock auf einen Punktgewinn. Und machte im 4. Satz einfach da weiter, wo sie nicht aufgehört hatte. Beim Stande von 15:10 für den NTSV war den Kielern eine gewisse Ratlosigkeit anzumerken. Was dann passiert, kann sich bis heute keiner erklären. Der Gastgeber fing sich und spielte seine nicht vorhandene Erfahrung (ein Großteil der ersten Sechs wohnt noch bei Mutti) komplett aus. Niendorf brach einfach mal weg und leistete sich eklatante Fehler im Aufschlag und agierte zunehmend unkonzentriert in der Block-Feldabwehr. Die Eagles drehten den Satz und entschieden das Spiel für sich.
Coach Klieme: „Versteh ich nicht. Da spielt man wieder teilweise richtig guten Volleyball und belohnt sich nicht.“

Dementsprechend war der Mannschaft nach Spielende eine gewisse Enttäuschung anzumerken. Mittelblocker Heitsch betonte aber einfach noch einmal, dass die Spiele, die man gewinnen müsse noch kommen würden. Wann? „Wenn’s soweit ist.“

Vielleicht ja schon am 17.10. in Oststeinbek.

Bis dahin: Feuer frei und Gruß vom #geilstenteamderwelt.