Niendorfer TSV

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Von Currywurst und Zarenhüten

1. Herren 16/17

Von Currywurst und Zarenhüten

27.11.2016

Erneuter Rückschlag in Warnemünde 
 
Die durchaus ungünstige Spielterminierung von 12:00 Uhr an einem Sonntagmittag sollte Ivantsovs Rasselbande nicht stören - fuhr man doch die ganze Zeit in Richtung Sonne und an der Küste ist es ja bekanntlich immer schön. Dass man dann allerdings in einer derart modernen Halle der Hansestadt Rostock aufschlagen darf, sorgte bei einigen "Sachsenwegurgesteinen" für Kopfschütteln. Man munkelte schon früh, dass man diese Woche wohl doch noch zu einer warmen Dusche kommt; allerdings erst nach dem Spiel. 
 
In einem hart umkämpften ersten Satz gelang es beiden Teams nicht, sich entscheidend abzusetzen. Über mehrere Stationen (8:8,12:12,17:16) tankten die Niendorfer jedoch die entscheidende Kraft und brachten in der Schlussoffensive einige sehenswerte Aktionen aufs Parkett. Die Annahme um Neu-Libero Gentile, welcher von seinen Teamkollegen liebevoll "Wadenbeißer Gattuso" gerufen wird, schwamm Anfangs etwas in wilden Gewässern, doch stabilisierte sich in der entscheidenden Phase. Ein sehenswerter Blockpunkt von Wedemann machte den 24:26- Erfolg perfekt. 
 
Leider gelang es den Mannen um Kapitän Clodius nicht, die erarbeitete Abgeklärtheit in allen Elementen zu konservieren und so wurde der zweite Satz zu einer regelrechten Zerreißprobe. Angeführt von Ungereimtheiten in der Annahme, setzte sich die Kette über schwache Angriffsaktionen und Aufschlagfehler fort. Beim Stand von 9:2 wechselte Gästetrainer Ivantsov seine Außenangreifer Kröger und Rose ein. 
Warnemünde schien sich zu sicher zu fühlen und mehrere Aufschlagserien, sowie eine verbesserte Defensivleistung sorgten für einen plötzlichen Stand von 18:16. Wenn am Ende auch das letzte Quäntchen an Glück und Überzeugung gefehlt hat, so war dieser Satz dennoch ein Beweis für die immer wiederkehrende Spannung im Volleyballsport (19:25). 
 
Ivantsov behielt seine Formation auf dem Feld, doch begann diese nun weniger überzeugend. "Wenn wir permanent einem Rückstand von mindestens drei, vier Punkten hinterher rennen müssen, ist das für unser Spiel nicht gerade förderlich.", sagte ein sehr geknickter Kröger. Während den Rostockern ähnlich viele Eigenfehler unterliefen, so wussten diese wenigstens noch damit umzugehen, die eigenen Aufschläge auf die andere Seite des Netzes zu bugsieren. Heißsporn Ivantsov wechselte mehrmals, doch auch diese Maßnahmen verpufften in der Ostseeluft. 
 
Im vierten Satz durfte sich nochmals die Anfangsaufstellung um Schiewe, Kok und Klieme beweisen, doch die Gäste hatten den abgeklärten Warnemündern nicht mehr viel entgegen zu setzen. In dieser letzten Spielphase hätte man sich auch getrost eine Runde internationales Unterwasserhalma zwischen Burkina-Faso und Turkmenistan ansehen können; man hätte wohl nicht allzu viel, außer eine erneute gelbe Karte für die Niendorfer, verpasst (17:25). 
 
 
Während der NTSV weiterhin auf Platz sieben in der Regionalliga Nord verbleibt, gewann die zweite Mannschaft von Warnemünde nach langer Zeit wieder einmal und sichert sich somit den sechsten Rang. Immerhin in Einem ist das Team seit dem letzten Spieltag wohl Spitze: Zwei gelbe und eine rote Karte sprechen für sich. 
 
Es bleibt nicht viel von diesem geschenkten Nachmittag übrig. Wenn dann doch ein Familienmitglied nach den Highlights des Sonntags fragt, dann kann es nur zwei Antworten geben: Zum einen, dass es an der Ostsee wirklich schicke Turnhallen mit leckerer Imbiss-Currywurst gibt und zum anderen, dass russische Zarenhüte mittlerweile auch in der deutschen Mode angekommen sind. 
 
In diesem Sinne: огонь oder einfach "Feuer frei"
 
NTSV mit: Gentile, Kröger, Schiewe, Rose, Kok, Daschke, Klieme, Heitsch, Wedemann und Kapitän Clodius

(ER) 
огонь